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Angebote vergleichen: Wie erstellt man einen Preisspiegel?

Angebote vergleichen im Preisspiegel: Einheiten angleichen, Nebenkosten, Skonto, Lieferzeit und Gewährleistung erfassen, gewichten und per KI aus PDFs füllen.

Mit KI-Unterstützung erstellt

Veröffentlicht

10 Min. Lesezeit

Was ist ein Preisspiegel, und was gehört hinein?

Ein Preisspiegel ist eine Tabelle, die Angebote Position für Position nebeneinanderstellt: eine Zeile je Leistung, eine Spalte je Anbieter. Er zeigt, was jedes Angebot für genau die geforderte Leistung kostet und worin sich die Angebote außerhalb des Preises unterscheiden. Diese Angaben gehören hinein:

Pflichtfelder eines Preisspiegels
  • Leistung, Menge und Einheit: dieselbe Position mit derselben Menge bei allen Anbietern
  • Einzel- und Gesamtpreis netto: auf eine gemeinsame Einheit umgerechnet
  • Nebenkosten: Fracht, Verpackung, Montage, Entsorgung und Zuschläge
  • Rabatte und Skonto: getrennt ausgewiesen, mit ihren Bedingungen
  • Zahlungsbedingungen: Zahlungsziel, Anzahlung, Abschläge
  • Lieferzeit oder Ausführungstermin
  • Gewährleistung: Dauer und abweichende Regeln in Angebot oder AGB
  • Bindefrist: bis wann das Angebot gilt
  • Ausschlüsse und Annahmen: was nicht enthalten ist oder vorausgesetzt wird
  • Fundstelle: Datei und Seite zu jedem Wert

In Planungsbüros gehört das Aufstellen eines Preisspiegels nach der HOAI, Anlage 10.1, zur Leistungsphase 7, der Mitwirkung bei der Vergabe; in Hausverwaltungen ist er oft die Grundlage einer Beschlussvorlage für die Eigentümergemeinschaft. Wie beide Branchen dabei mit KI arbeiten, steht unter KI für Architekten und Ingenieure und KI für Hausverwaltungen.

Wie sieht ein Preisspiegel als Tabelle aus?

So sieht ein Preisspiegel aus, den Sie in Excel nachbauen können. Die Werte sind erfunden. Sie zeigen, wie sich die Reihenfolge ändert, sobald Einheiten, Nebenkosten und Skonto eingerechnet sind: Der niedrigste Stückpreis gehört hier zum teuersten Angebot.

Preisspiegel für 40 Regale mit Montage (Beispiel mit erfundenen Werten)
Anbieter AAnbieter BAnbieter C
Angebotener Preis180,00 € je Stück165,00 € je Stück700,00 € je Karton mit 4 Stück
Umgerechnet je Stück180,00 €165,00 €175,00 €
Regale gesamt (40 Stück)7.200,00 €6.600,00 €7.000,00 €
Montage900,00 €1.300,00 €800,00 €
Fracht und Verpackungfrei Haus280,00 €150,00 €
Summe netto8.100,00 €8.180,00 €7.950,00 €
Skonto2 % bei Zahlung in 10 Tagenkeines3 % bei Zahlung in 14 Tagen
Netto nach Skonto7.938,00 €8.180,00 €7.711,50 €
Abstand zum günstigsten+2,9 %+6,1 %günstigstes
Lieferzeit3 Wochen6 Wochen4 Wochen
Gewährleistung2 Jahre2 Jahre12 Monate laut AGB
Bindefrist31. Oktober 202615. Oktober 202630. November 2026
Ausschlüssekeine genanntEntsorgung der VerpackungMontage nur werktags
Fundstelleangebot-a.pdf, S. 1–2angebot-b.pdf, S. 2angebot-c.pdf, S. 1; AGB S. 3

In Excel stehen die Anbieter nebeneinander in Spalten. Stehen die Nettopreise nach Skonto in Zeile 9, findet =MIN(B9:D9) den niedrigsten Wert, =B9/MIN($B9:$D9)-1 berechnet den Abstand von Anbieter A zum günstigsten, und eine bedingte Formatierung hebt den Bestwert hervor. Wer die Werte von einer KI erfassen lässt, nimmt besser das lange Format mit einer Zeile je Anbieter und Position und bringt es danach mit einer PivotTable in die Ansicht nebeneinander. Als Vorlage genügt diese Kopfzeile einer CSV-Datei:

Anbieter;Position;Menge;Einheit;Einzelpreis netto;Preis je Einheit;Gesamtpreis netto;Nebenkosten;Rabatt;Skonto;Zahlungsziel;Lieferzeit;Gewährleistung;Bindefrist;Ausschlüsse;Datei;Seite

Wie macht man Angebote vergleichbar?

Vergleichbar werden Angebote, wenn jede Zeile dieselbe Leistung in derselben Menge und Einheit beschreibt. Diese sechs Schritte erledigen das meiste.

  1. Einheiten angleichen

    Rechnen Sie Karton-, Paket- und Staffelpreise auf eine Einheit um, etwa Euro je Stück oder je Quadratmeter, und prüfen Sie, ob Mindestmengen Ihre Menge verändern.

  2. Nebenkosten ergänzen

    Fracht, Verpackung, Montage, Entsorgung und Zuschläge stehen manchmal erst in den AGB. Tragen Sie sie in eigene Zeilen ein; „frei Haus“ ist ein Wert, „keine Angabe“ ist eine Rückfrage.

  3. Lücken als Lücken führen

    Fehlt eine Position, tragen Sie „fehlt“ ein, nicht null, und fragen Sie beim Anbieter nach. Eine Null macht ein unvollständiges Angebot scheinbar zum günstigsten.

  4. Rabatt und Skonto richtig ansetzen

    Rabatte ziehen Sie ab, Skonto nur, wenn Sie die Frist sicher einhalten. Den Wert eines Skontos als Jahreszins schätzt die Faustformel Skontosatz ÷ (100 − Skontosatz) × 360 ÷ (Zahlungsziel − Skontofrist): 2 % Skonto bei Zahlung in 10 statt 30 Tagen entsprechen rund 36,7 % im Jahr.

  5. Netto mit netto vergleichen

    Sind Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt, vergleichen Sie Nettopreise. Achten Sie darauf, dass kein Bruttopreis neben Nettopreisen steht.

  6. Bindefrist und Gewährleistung festhalten

    Ein Angebot bindet den Anbieter, sofern er die Bindung nicht ausgeschlossen hat (§ 145 BGB); hat er eine Frist gesetzt, können Sie nur innerhalb dieser Frist annehmen (§ 148 BGB). Mängelansprüche verjähren beim Kauf gesetzlich in der Regel nach zwei Jahren, bei Bauwerken nach fünf (§ 438 BGB); für Werkleistungen wie die Montage gilt Entsprechendes (§ 634a BGB). Weicht ein Angebot davon ab, gehört das in den Preisspiegel.

Wie gewichtet man Preis, Lieferzeit und Gewährleistung?

Zählt mehr als der Preis, hilft eine Nutzwertanalyse: Sie legen Kriterien und Gewichte fest, bevor Sie die Angebote vergleichen, vergeben Punkte und rechnen den gewichteten Gesamtwert aus. Öffentliche Auftraggeber sind bei Vergaben oberhalb der EU-Schwellenwerte ähnlich gebunden: Den Zuschlag erhält das wirtschaftlichste Angebot, und Kriterien und Gewichtung stehen vorab in der Bekanntmachung oder den Vergabeunterlagen (§ 127 GWB, § 58 VgV). Für private Unternehmen ist das in der Regel keine Pflicht, aber ein guter Schutz gegen Bauchentscheidungen.

Das wirtschaftlichste Angebot bestimmt sich nach dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.
§ 127 Abs. 1 Satz 3 GWB
  1. Kriterien festlegen

    Drei bis fünf Kriterien genügen, etwa Preis, Lieferzeit, Gewährleistung und Service.

  2. Gewichte vorher verteilen

    Verteilen Sie 100 Prozent auf die Kriterien und halten Sie das schriftlich fest, bevor Sie die Angebote nebeneinanderlegen.

  3. Punkte vergeben

    Bewerten Sie jedes Angebot je Kriterium von 0 bis 10. Beim Preis erhält das günstigste 10 Punkte, die übrigen 10 × günstigster Preis ÷ eigener Preis; bei der Lieferzeit entsprechend mit der kürzesten, bei der Gewährleistung 10 × eigene ÷ längste Dauer.

  4. Nutzwert rechnen

    Multiplizieren Sie Punkte und Gewicht und addieren Sie je Angebot. In Excel erledigt das =SUMMENPRODUKT($B$2:$B$4;C2:C4), wenn in Spalte B die Gewichte und in Spalte C die Punkte eines Anbieters stehen.

  5. Ergebnis gegenprüfen

    Verschieben Sie ein Gewicht um zehn Prozentpunkte. Kippt die Reihenfolge, ist die Entscheidung knapp und verdient eine zweite Meinung.

Nutzwertanalyse zum Beispiel oben (Punkte auf eine Nachkommastelle gerundet)
Kriterium (Gewicht)Anbieter AAnbieter BAnbieter C
Preis nach Skonto (50 %)9,79,410,0
Lieferzeit (20 %)10,05,07,5
Gewährleistung (30 %)10,010,05,0
Nutzwert9,858,708,00

Mit dieser Gewichtung liegt Anbieter A vorn, obwohl C am günstigsten ist: Gegenüber A kosten die kürzere Gewährleistung und die etwas längere Lieferzeit C mehr Punkte, als der Preisvorteil einbringt. Welche Gewichte richtig sind, entscheidet Ihr Bedarf, nicht die Tabelle.

Wo hilft ein KI-Agent wie Biwak, und wo nicht?

Beim Angebotsvergleich steckt viel Arbeit im Übertragen: Werte aus unterschiedlich aufgebauten PDFs heraussuchen, Einheiten umrechnen, Nebenkosten in den AGB finden. Das kann ein KI-Agent übernehmen, wenn er zu jedem Wert die Fundstelle nennt und Fehlendes als fehlend markiert. Biwak ist eine Desktop-App für macOS und Windows mit einem solchen Agenten; auf der Biwak-Startseite heißt dieser Anwendungsfall „Angebote: Ordner → Übersicht“. Sie legen die Angebote in einen Arbeitsordner, beschreiben den Auftrag, und Biwak legt den Preisspiegel als CSV-Datei daneben ab.

Auftrag

Lies alle Angebote im Ordner „Angebote Regale 2026“. Lege preisspiegel.csv an, mit einer Zeile je Anbieter und Position und den Spalten Anbieter, Position, Menge, Einheit, Einzelpreis netto, Preis je Stück, Gesamtpreis netto, Nebenkosten, Rabatt, Skonto mit Frist, Zahlungsziel, Lieferzeit, Gewährleistung, Bindefrist, Ausschlüsse, Datei und Seite. Rechne Karton- und Staffelpreise auf Euro je Stück um und zeige die Umrechnung. Fehlt eine Angabe, schreibe „fehlt“, nicht 0. Lege zusätzlich rueckfragen.csv mit allen fehlenden oder unklaren Angaben je Anbieter an. Bewerte die Angebote nicht.

Eingabe
Angebots-PDFs mehrerer Lieferanten mit Textebene, jedes anders aufgebaut
Ergebnis
Ein Preisspiegel im langen Format, den Sie in Excel per PivotTable nebeneinanderstellen, und eine Liste der Rückfragen je Anbieter.
Prüfung
Je Anbieter die Summe der Positionen gegen die Angebotssumme im PDF, jede Umrechnung einmal nachrechnen, fünf Werte an der genannten Fundstelle nachsehen und die Rückfragenliste mit den Angeboten abgleichen.
  • Keine Texterkennung: Gefaxte oder gescannte Angebote liest Biwak nicht; machen Sie sie vorher durchsuchbar, zum Beispiel mit Adobe Acrobat.
  • Tabelle als CSV: Summen, PivotTable und Gewichtung bauen Sie in Excel. Fertige .xlsx-Dateien sagen wir für die Desktop-App nicht zu.
  • Keine Entscheidung: Die Ergebnisse sind Entwürfe, die Sie prüfen; Gewichtung und Vergabe bleiben bei Ihnen.
  • Datenweg: Die Angebote bleiben im Ordner auf Ihrem Rechner, die verwendeten Inhalte gehen an das Sprachmodell. Gerechnet wird in der EU, Vertragspartner für die Modelle ist die PREM SA in der Schweiz, Inhalte werden nicht zum Training verwendet. Nötig sind eine Internetverbindung und ein Biwak-Konto.

Wie prüfen Sie den Preisspiegel vor der Entscheidung?

Prüfen Sie den Preisspiegel, bevor Sie entscheiden, egal ob Sie ihn von Hand oder mit KI erstellt haben. Diese Liste deckt die typischen Fehlerquellen ab:

Prüfliste vor der Vergabe
  • Summe der Positionen je Anbieter gegen die Angebotssumme im PDF; Differenzen klären, bevor Sie vergleichen.
  • Menge und Einheit in jeder Zeile gleich, Umrechnungen nachgerechnet.
  • Nebenkosten, Rabatte und Skonto vollständig und nur einmal angesetzt.
  • Jeder Wert mit Fundstelle, fünf davon am Original nachgesehen.
  • Ausschlüsse und AGB gelesen, abweichende Gewährleistung vermerkt.
  • Bindefristen noch nicht abgelaufen.
  • Rückfragen schriftlich gestellt und die Antworten nachgetragen.
  • Gewichtung vor dem Vergleich festgelegt und dokumentiert, Entscheidung von einer zweiten Person gegengelesen.

Wie Sie Tabellen aus Angebots-PDFs ohne KI in Excel holen, steht unter PDF in Excel umwandeln; wie Sie den fertigen Preisspiegel weiter auswerten, unter Excel mit KI auswerten.

Häufige Fragen

Was ist ein Preisspiegel?

Ein Preisspiegel stellt mehrere Angebote für dieselbe Leistung in einer Tabelle nebeneinander: eine Zeile je Position, eine Spalte je Anbieter. Er zeigt Einzel- und Gesamtpreise auf gleicher Basis sowie Nebenkosten, Skonto, Lieferzeit, Gewährleistung und Ausschlüsse. Bei Ausschreibungen mit Leistungsverzeichnis entspricht jede Zeile einer Position des Verzeichnisses.

Wie berechne ich Skonto im Angebotsvergleich?

Ziehen Sie Skonto nur ab, wenn Sie die Skontofrist sicher einhalten; sonst vergleichen Sie ohne. Den Wert eines Skontos als Jahreszins schätzt die Faustformel Skontosatz ÷ (100 − Skontosatz) × 360 ÷ (Zahlungsziel − Skontofrist). Für 2 % Skonto bei Zahlung in 10 statt 30 Tagen ergibt das rund 36,7 % im Jahr.

Ist das günstigste Angebot immer das beste?

Nein. Entscheidend ist der Gesamtpreis für die geforderte Leistung einschließlich Nebenkosten, und oft zählen Lieferzeit, Gewährleistung oder Service mit. Auch öffentliche Auftraggeber vergeben bei EU-weiten Verfahren nach dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis (§ 127 GWB). Legen Sie Kriterien und Gewichte fest, bevor Sie die Angebote vergleichen.

Kann KI Angebote aus PDFs auslesen?

Ja, wenn die PDFs eine Textebene haben. Ein KI-Agent kann Positionen, Preise und Bedingungen in eine Tabelle übertragen und zu jedem Wert Datei und Seite nennen. Gescannte oder gefaxte Angebote brauchen vorher eine Texterkennung, und jeder übertragene Wert bleibt ein Entwurf, den Sie stichprobenartig am Original prüfen.

Was tun, wenn in einem Angebot Positionen fehlen?

Tragen Sie „fehlt“ ein, nicht null, und fragen Sie beim Anbieter schriftlich nach. Bis zur Antwort können Sie einen Schätzwert in einer eigenen, als Schätzung gekennzeichneten Spalte führen. So wird ein unvollständiges Angebot nicht versehentlich zum günstigsten.

Wie lange ist ein Angebot verbindlich?

Ein Angebot bindet den Anbieter, sofern er die Bindung nicht ausgeschlossen hat (§ 145 BGB). Nennt es eine Frist, können Sie nur innerhalb dieser Frist annehmen (§ 148 BGB). Ohne Frist gilt nach § 147 Abs. 2 BGB der Zeitpunkt, bis zu dem der Anbieter unter regelmäßigen Umständen mit Ihrer Antwort rechnen darf.

Quellen

  1. § 145 BGB: Bindung an den Antrag
  2. § 148 BGB: Bestimmung einer Annahmefrist
  3. § 438 BGB: Verjährung der Mängelansprüche beim Kauf
  4. § 634a BGB: Verjährung der Mängelansprüche beim Werkvertrag
  5. § 127 GWB: Zuschlag auf das wirtschaftlichste Angebot
  6. § 58 VgV: Zuschlag und Zuschlagskriterien, Gewichtung
  7. Microsoft Support: SUMMENPRODUKT
  8. Claude Docs: Claude for Excel (Abschnitt „Prompt injection risk“)

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