Was verlangt das Berufsrecht, wenn eine Kanzlei KI nutzt?
Das Berufsrecht verbietet KI nicht. Es regelt, wer Mandantengeheimnisse sehen darf und wer für das Ergebnis einsteht. Nach § 57 Abs. 1 StBerG üben Steuerberater ihren Beruf unabhängig, eigenverantwortlich, gewissenhaft und verschwiegen aus; die Verschwiegenheit erfasst alles, was in Ausübung des Berufs bekannt geworden ist. Wer ein fremdes Geheimnis unbefugt offenbart, macht sich nach § 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB strafbar, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe. Anders als die DSGVO schützt das Berufsgeheimnis auch Angaben über Unternehmen, nicht nur über natürliche Personen.
Ein KI-Anbieter ist ein Dienstleister im Sinne von § 62a StBerG. Die Vorschrift erlaubt, ihm Zugang zu Mandantengeheimnissen zu eröffnen, soweit das für die Dienstleistung erforderlich ist, und knüpft das an vier Bedingungen:
- Sorgfältige Auswahl (Abs. 2). Ist die Einhaltung der Vorgaben nicht mehr gewährleistet, muss die Zusammenarbeit unverzüglich enden.
- Vertrag in Textform (Abs. 3): Verschwiegenheitspflicht mit Belehrung über die strafrechtlichen Folgen, Kenntnisnahme nur soweit zur Vertragserfüllung erforderlich, Regel für weitere Personen.
- Dienstleistung im Ausland (Abs. 4): nur, wenn der dortige Schutz der Geheimnisse dem im Inland vergleichbar ist.
- Dienstleistung für ein einzelnes Mandat (Abs. 5): nur mit Einwilligung des Mandanten.
„Bei der Inanspruchnahme von Dienstleistungen, die unmittelbar einem einzelnen Mandat dienen, darf der Steuerberater und der Steuerbevollmächtigte dem Dienstleister den Zugang zu fremden Geheimnissen nur dann eröffnen, wenn der Mandant darin eingewilligt hat.“
Ob ein KI-Werkzeug, das für einen konkreten Fall genutzt wird, unter Abs. 5 fällt oder als allgemeines Arbeitsmittel der Kanzlei gilt, hält die Bundessteuerberaterkammer für nicht zweifelsfrei geklärt. Sie rät: vor der Eingabe sensibler Mandantendaten die Einwilligung einholen, sonst Daten und Dokumente anonymisieren oder pseudonymisieren. Warum schon die Zugriffsmöglichkeit eines Anbieters zählt, erklärt der Artikel KI und § 203 StGB.
| Regel | Steuerberater | Rechtsanwälte | Patentanwälte |
|---|---|---|---|
| Zugang, soweit für die Dienstleistung erforderlich | § 62a Abs. 1 StBerG | § 43e Abs. 1 BRAO | § 39c Abs. 1 PAO |
| Sorgfältige Auswahl; Ende, wenn die Vorgaben nicht gewährleistet sind | Abs. 2 | Abs. 2 | Abs. 2 |
| Vertrag in Textform mit Verschwiegenheitspflicht | Abs. 3 | Abs. 3 | Abs. 3 |
| Dienstleister im Ausland: vergleichbarer Schutz | Abs. 4 | Abs. 4 | Abs. 4 |
| Dienstleistung für ein einzelnes Mandat: Einwilligung | Abs. 5 | Abs. 5 | Abs. 5 |
Die drei Vorschriften sind gleich aufgebaut; die Regeln zu Ausland und Einzelmandat sind bis auf die Berufsbezeichnung wortgleich. Wie Rechtsanwälte die offenen Fragen beantworten, steht im Artikel KI für Rechtsanwälte.
Was raten Bundessteuerberaterkammer und DStV?
Beide halten KI für zulässig und nützlich, verlangen aber klare Regeln dafür, welches Werkzeug mit welchen Daten wofür genutzt wird. Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) hat einen FAQ-Katalog zu KI im steuerberatenden Berufsstand veröffentlicht, Stand 27. Januar 2026, Rechtsstand Juli 2025. Die wichtigsten Aussagen:
- Die Verantwortung bleibt beim Berufsträger. KI-Ergebnisse sind wie die Arbeit eines unerfahrenen Mitarbeiters zu prüfen; die Kammer warnt ausdrücklich vor fehlerhaften BFH-Zitaten.
- Nur freigegebene Zugänge, keine privaten KI-Konten für dienstliche Zwecke.
- Öffentliche Chat-Dienste ohne Einwilligung des Mandanten nur ohne Angaben, die auf Mandant oder Mandat schließen lassen.
- Anbieter aus der EU oder mit Rechenzentren in der EU sind vorzuziehen.
- Dokumentation nach Risiko: Oft genügt ein schlankes KI-Verzeichnis mit Werkzeug, Zweck, Datenart und zuständiger Person.
Der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) hat im April 2026 eine Muster-KI-Anwendungsrichtlinie veröffentlicht. Ihre Grundlogik lautet „Tool – Anwendungsfall – Daten – Risiko“: KI darf nur eingesetzt werden, wenn das Werkzeug freigegeben, der Anwendungsfall beschrieben und die Anforderung seiner Risikostufe erfüllt ist.
| Stufe | Daten | Beispiele aus dem Muster | Prüfung |
|---|---|---|---|
| 1 · niedrig | keine personenbezogenen Daten | Texte verbessern, interne Checklisten, allgemeine Recherche, Präsentationsentwürfe | Plausibilitätsprüfung |
| 2 · mittel | keine konkreten Mandats- oder Personendaten | anonymisierte Schriftsatzentwürfe, Fälle ohne Realbezug, fachliche Arbeitshilfen | fachliche Prüfung, bei fachlich relevanten Ergebnissen Vier-Augen-Prinzip |
| 3 · hoch | personen- oder mandatsbezogene Daten | Belegverarbeitung im laufenden Mandat, Vorprüfung von Steuererklärungen, Mandantenportale | Prüfung vor jeder Weiterverwendung, Freigabe durch den Berufsträger |
| 4 · sehr hoch | besonders schutzbedürftige Daten | M&A-Transaktionen, Sachverhalte nach dem WpHG, politisch exponierte Personen, strafrechtlich relevante Sachverhalte | Einzelfallprüfung, ob überhaupt KI eingesetzt wird; Freigabe nur durch Berufsträger oder Kanzleileitung |
Aufgaben der Stufen 1 und 2 lassen sich sofort erproben. Stufe 3 setzt die Verträge nach § 62a StBerG und DSGVO voraus.
Welche KI bietet DATEV heute an?
DATEV bietet KI in mehreren Programmen an. Stand September 2026 nennt DATEV auf seiner Übersichtsseite zu KI unter anderem diese Bausteine:
| Baustein | Was er laut DATEV tut | Hinweis |
|---|---|---|
| DATEV Copilot | Assistent für Texte, Übersetzungen und Zusammenfassungen, analysiert Dokumente bis 1.000 Seiten; seit Mai 2026 in MyDATEV | Verarbeitung laut DATEV in der DATEV Cloud; kostenfreie Lizenz; ohne LEXchat oder Websuche Wissensstand Ende September 2024 |
| Automatisierungsservice Rechnungen | Buchungsvorschläge aus digitalen Eingangs- und Ausgangsrechnungen, übergeben an Kanzlei-Rechnungswesen | nach DATEV-Angaben vom Juni 2026 bei über 9.000 Kanzleien im Einsatz |
| Automatisierungsservice Bank | Buchungsvorschläge aus elektronischen Kontoumsätzen, vor allem für Sachkonten; lernt aus Korrekturen | seit 2024; nutzt die bisherigen Buchungen des Mandanten im DATEV-Rechenzentrum |
| DATEV Einspruchsgenerator | Einspruchsvorschlag mit generativer KI aus Ihren Sachverhaltsangaben, Recherche in LEXinform, Übergabe an den elektronischen Einspruch | ein Vorschlag: Begründung und Frist prüft der Berufsträger |
Wer ohnehin mit DATEV arbeitet, prüft diese Bausteine zuerst, denn die Daten liegen schon im System. Die BStBK hält KI von Kanzleisoftwareanbietern für vorzugswürdig, weil dort nach ihrer Einschätzung Fragen der Auftragsverarbeitung geklärt sind. Prüfen Sie trotzdem je Baustein, welche Daten er verarbeitet. Ein weiteres Werkzeug lohnt sich erst für Aufgaben, die Ihre Kanzleisoftware nicht abdeckt.
Für welche Aufgaben in der Steuerkanzlei lohnt sich KI?
KI bringt am meisten dort, wo ein Entwurf oder eine Liste entsteht, die ein Berufsträger danach prüft. Die BStBK nennt als typische Einsatzfelder Belegerkennung, Datenextraktion, Entwürfe für Schriftsätze, E-Mails und Mandanteninformationen, Zusammenfassungen von Rechtsprechung und Verwaltungsschreiben sowie Prüflisten. Eingeordnet nach Eignung und Datenfrage:
| Aufgabe | Eignung | Datenhinweis |
|---|---|---|
| Mandantenrundschreiben, Erklärtexte, Stellenanzeigen | gut | ohne Mandantendaten möglich (DStV-Stufe 1) |
| Antwortentwurf auf eine Mandantenanfrage | gut | Namen, Steuernummer und Anschrift ersetzen; auch der Zusammenhang kann den Mandanten verraten |
| Unterlagenlisten und Checklisten für Erklärung oder Abschluss | gut | eine Vorjahresliste ohne Mandantennamen genügt |
| Bescheidprüfung vorbereiten: Abweichungsliste zwischen Erklärung und Bescheid | mittel, jede Zahl prüfen | Bescheide sind Mandantendaten; prüfen Sie zuerst, ob Ihr Steuerprogramm Bescheiddaten schon abgleicht |
| Kontoauszug oder Kreditkartenabrechnung als PDF zu einer Buchungsliste (CSV) | mittel, Summe gegen Saldo prüfen | Mandantendaten; für elektronische Kontoumsätze gibt es in DATEV den Automatisierungsservice Bank |
| Auswertungen aus Exporten, etwa offene Posten oder Summen- und Saldenliste | gut für Struktur und Auffälligkeiten | Mandantendaten; Rechenwege nachvollziehen |
| Steuerliche Beurteilung, Gestaltungsberatung | nur als Recherchehilfe | Aussagen, Urteile und Fundstellen im Original prüfen |
Ein Sonderfall sind Kreditkartenabrechnungen oder Auszüge ausländischer Banken, die nur als PDF kommen: Ein KI-Agent kann daraus eine Tabelle machen, die Sie prüfen und übernehmen. Wie Unternehmen selbst KI in der Buchhaltung einsetzen, steht unter KI in der Buchhaltung.
Wo hilft KI in der Steuerberatung nicht?
KI ersetzt weder die steuerliche Beurteilung noch die Endkontrolle. Die typischen Fehler lassen sich mit einer festen Prüfroutine abfangen:
- Erfundene Fundstellen. Sprachmodelle nennen Urteile, Aktenzeichen und Randziffern, die es nicht gibt.
- Veralteter Rechtsstand. DATEV gibt für den Copilot ohne Zusatzquellen einen Wissensstand von Ende September 2024 an; spätere Gesetzesänderungen fehlen dann.
- Rechenfehler. Summen und Steuerberechnungen stichprobenartig gegenrechnen.
- Scans ohne Textebene brauchen Texterkennung (OCR), die nicht jedes KI-Werkzeug mitbringt.
- Fristen nie aus einem KI-Text übernehmen; maßgeblich bleibt die Fristenkontrolle der Kanzlei.
Wie startet eine Steuerkanzlei einen Pilot ohne Mandantendaten?
Beginnen Sie mit zwei oder drei Aufgaben ohne Mandantendaten, einer verantwortlichen Person und schriftlichen Regeln. Diesen Einstieg über abgegrenzte Pilotfälle empfiehlt auch die BStBK.
- Aufgaben auswählen
Nehmen Sie Aufgaben der DStV-Stufen 1 und 2, etwa ein Rundschreiben, eine Unterlagen-Checkliste, eine Arbeitsanweisung. Messen Sie vorher, wie lange sie heute dauern.
- Werkzeug prüfen und freigeben
Gehen Sie die Liste unten durch, auch bei kostenlosen Werkzeugen, und nutzen Sie Kanzleikonten.
- Regeln und KI-Verzeichnis anlegen
Welche Daten dürfen hinein, wer prüft, wo wird dokumentiert? Als Vorlagen eignen sich die Muster-Richtlinie des DStV und das Muster-Verzeichnis im FAQ-Katalog der BStBK.
- Das Team schulen
Art. 4 der KI-Verordnung verlangt von Betreibern Maßnahmen, die die KI-Kompetenz ihres Personals fördern. Wie eine Schulung aussehen kann, steht im Artikel KI-Kompetenz-Schulung.
- Nach vier Wochen entscheiden
Vergleichen Sie Zeitaufwand und Fehler mit dem Stand vorher. Erst danach folgen Aufgaben mit Mandantendaten, und nur mit einem Vertrag nach § 62a Abs. 3 StBerG.
- Vertrag in Textform mit Verschwiegenheitsverpflichtung, Belehrung über die Strafbarkeit und Regel für weitere Personen (§ 62a Abs. 3 StBerG)
- AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO mit vollständiger Liste der Unterauftragsverarbeiter; worauf es dabei ankommt, steht unter AV-Vertrag für KI-Werkzeuge
- Ort der Verarbeitung und Sitz aller Beteiligten; bei Dienstleistern im Ausland ein vergleichbarer Geheimnisschutz (§ 62a Abs. 4 StBerG)
- schriftliche Zusage, dass Ihre Eingaben nicht zum Training verwendet werden
- Speicherdauer von Eingaben und Ergebnissen beim Anbieter und wer im Supportfall hineinsehen kann
- Quellenangaben oder andere Wege, Ergebnisse nachzuprüfen
- ob eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig ist
Lies checkliste-est-vorjahr.docx und erstelle daraus checkliste-est-2025.md: eine Unterlagenliste für die Einkommensteuererklärung 2025, gegliedert nach Einkunftsarten, mit Kästchen zum Abhaken. Übernimm nur Punkte aus der Vorlage und ergänze keine Rechtsänderungen. Markiere jeden Punkt mit Jahresbezug mit „prüfen“.
- Eingabe
- Die Vorjahres-Checkliste der Kanzlei als Word-Datei, ohne Mandantennamen
- Ergebnis
- Eine Markdown-Datei mit der gegliederten Liste; Punkte mit Jahresbezug sind markiert
- Prüfung
- Vollständigkeit gegen die Vorlage abgleichen; Rechtsänderungen für 2025 ergänzt der Berufsträger selbst
Was verlangt die KI-Verordnung von einer Steuerkanzlei?
Wenig, solange die Kanzlei KI-Werkzeuge nur nutzt. Sie ist dann Betreiberin im Sinne der Verordnung, und die übliche Nutzung für Recherche, Buchhaltungshilfe oder Texte fällt nach Einschätzung der BStBK nicht unter die Hochrisiko-Kategorien. Die wichtigste Pflicht steht in Art. 4, den die Verordnung (EU) 2026/1744 mit Wirkung zum 27. Juli 2026 neu gefasst hat: Betreiber ergreifen Maßnahmen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz ihres Personals zu unterstützen, und müssen kein bestimmtes Niveau garantieren. Für Chatbots, mit denen Mandanten direkt schreiben, gelten seit dem 2. August 2026 die Transparenzpflichten nach Art. 50.
Wo passt Biwak in eine Steuerkanzlei, und wo nicht?
Biwak passt heute zu Kanzleiaufgaben ohne Mandantendaten oder mit anonymisierten Dateien; eine Anbindung an DATEV hat es nicht. Die Desktop-App für macOS und Windows arbeitet in einem Ordner, den Sie ihr zuweisen, etwa dem Ordner mit Ihren Kanzleivorlagen: Word-Vorlagen, Excel- und CSV-Exporte, PDF mit Textebene. Sie beschreiben in einem Satz, was daraus werden soll, und der KI-Agent legt das Ergebnis als neue Datei daneben, verlässlich als CSV, HTML oder Markdown. Misslingt die Überarbeitung einer Mustervorlage, holen Sie den Stand von vorher mit einem Klick zurück, denn Biwak sichert den Ordner vor jedem Auftrag.
Mit DATEV arbeitet Biwak über Dateien: Sie legen einen Export, etwa eine CSV-Datei, in den Arbeitsordner, und Biwak erstellt daraus eine Liste oder Auswertung; zurück nach DATEV geht nichts automatisch. Für die Prüfung nach § 62a StBerG zählt der tatsächliche Datenweg, denn eine lokale App allein erfüllt keine Anforderungen an das Berufsgeheimnis. Bei jedem Modellauftrag gehen Ihre Frage, der nötige Gesprächskontext und die verwendeten Dateiinhalte über Biwak an den Modellanbieter. Gerechnet wird in der EU. Bei Modellen über Prem AI ist Vertragspartner PREM SA in der Schweiz. Für die sorgfältige Auswahl nach Abs. 2 und den Schutz im Ausland nach Abs. 4 zählen heute drei Umstände: Prem nennt seine Rechenpartner nur auf Anfrage, seine Zusage, Eingaben nicht zu speichern, beruht nach eigener Aussage auf Vertrag und Betriebsabläufen statt auf technischer Absicherung, und den verschlüsselten Modus, den Prem für Rechtsdokumente empfiehlt, nutzt Biwak derzeit nicht. Der AV-Vertrag von Biwak ist in Vorbereitung. Mandantendaten gehören deshalb nicht ohne Ihre eigene Prüfung nach § 62a StBerG und DSGVO hinein; die Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.
- Mandantenrundschreiben, Checklisten und Arbeitsanweisungen als Entwurf in Markdown oder HTML
- Listen aus anonymisierten oder erfundenen Testdaten, etwa eine Buchungsliste aus einem geschwärzten Kontoauszug
- Auswertungen aus CSV- oder Excel-Dateien ohne Mandantenbezug, zum Beispiel Kanzleikennzahlen
- keine Anbindung an DATEV, ELSTER oder andere Kanzleisoftware
- keine Texterkennung für gescannte Belege oder Fotos
- keine Zusage für fertige Word-, Excel- oder PDF-Dateien aus der Desktop-App
- kein unterzeichneter AV-Vertrag; er ist in Vorbereitung
- keine Steuerberatung: Ergebnisse sind Entwürfe
Lies kontoauszug-test.pdf und lege buchungen-test.csv an: Datum, Buchungstext, Betrag mit Vorzeichen, eine Zeile je Umsatz. Prüfe, ob Anfangssaldo plus Summe der Umsätze den Endsaldo ergibt, und schreibe das Ergebnis dieser Prüfung in die letzte Zeile.
- Eingabe
- Ein Kontoauszug als PDF mit Textebene, Namen geschwärzt oder durch Testdaten ersetzt
- Ergebnis
- Eine CSV-Datei mit einer Zeile je Umsatz und einer Kontrollzeile zum Saldo
- Prüfung
- Zeilenzahl und Endsaldo gegen den Auszug abgleichen; ein gescanntes PDF ohne Textebene meldet Biwak als Bild und liest es nicht
Häufige Fragen
Dürfen Steuerberater ChatGPT nutzen?
Ja, mit Einschränkungen: Ohne Einwilligung des Mandanten und ohne Vertrag nach § 62a StBerG gehören laut BStBK keine Angaben hinein, die auf Mandant oder Mandat schließen lassen. Bei Geschäftslizenzen lässt sich vereinbaren, dass Eingaben nicht zum Training dienen. Jedes Ergebnis ist zu prüfen, weil erfundene Quellen vorkommen; die Datenwege im Vergleich stehen unter Biwak oder ChatGPT.
Brauche ich die Einwilligung meiner Mandanten, um KI zu nutzen?
Nach § 62a Abs. 5 StBerG, wenn eine Dienstleistung unmittelbar einem einzelnen Mandat dient. Ob ein allgemein eingesetztes KI-Werkzeug darunter fällt, ist nicht abschließend geklärt. Die BStBK rät, vor der Eingabe sensibler Mandantendaten die Einwilligung einzuholen oder die Daten zu anonymisieren beziehungsweise zu pseudonymisieren.
Muss ich Mandanten sagen, dass ich KI einsetze?
Eine ausdrückliche berufsrechtliche Pflicht dazu gibt es nach Einschätzung der BStBK derzeit nicht. Fließen personenbezogene Mandantendaten an einen KI-Dienst, muss die Datenschutzinformation das aber erklären. Manche Kanzleien regeln den Einsatz deshalb in der Mandatsvereinbarung.
Reicht die KI in DATEV, oder brauche ich ein weiteres Werkzeug?
Prüfen Sie zuerst, was Ihre Kanzleisoftware abdeckt; DATEV bietet unter anderem einen Assistenten für Texte und Dokumente, Buchungsvorschläge und einen Einspruchsgenerator. Ein weiteres Werkzeug lohnt sich nur für Aufgaben, die dort fehlen, und braucht eine eigene Prüfung nach § 62a StBerG und DSGVO.
Zahlt die Berufshaftpflicht, wenn die KI einen Fehler macht?
Nach Einschätzung der BStBK sind KI-bedingte Fehler in der Regel gedeckt, weil KI ein Werkzeug des Berufsträgers ist, der für das Ergebnis haftet. Entscheidend sind die Bedingungen Ihres Versicherers; fragen Sie im Zweifel dort nach.
Quellen
- § 57 StBerG: Allgemeine Berufspflichten
- § 62a StBerG: Inanspruchnahme von Dienstleistungen
- § 203 StGB: Verletzung von Privatgeheimnissen
- BStBK: FAQ KI im steuerberatenden Berufsstand, Stand 27. Januar 2026 (PDF)
- DStV: Muster-KI-Anwendungsrichtlinie, Version 1.0, April 2026 (PDF)
- DATEV: Künstliche Intelligenz mit DATEV KI
- DATEV: DATEV Copilot, das kann der KI-Assistent heute
- DATEV: Starkes Wachstum bei KI-Services für das Rechnungswesen, 10. Juni 2026
- Verordnung (EU) 2026/1744 zur Änderung der KI-Verordnung, ABl. L vom 24. Juli 2026
Dieser Text ist keine Rechtsberatung. Er ist die Vorarbeit, die wir für uns selbst machen mussten, mit den Fundstellen, damit Ihre Anwältin nicht bei Null anfängt. Wo eine Frage von Ihren Umständen abhängt, steht es dabei.