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Ratgeber

Einführung

Wie führt ein kleines oder mittleres Unternehmen KI sinnvoll ein?

Ein praktischer KI-Pilot für KMU: geeignete Büroaufgabe wählen, Daten, Betriebsrat und KI-Kompetenz klären, mit Ausgangswerten vergleichen, Ergebnisse abnehmen.

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Aktualisiert 7 Min. Lesezeit

Wie viele kleine Unternehmen KI nutzen, und was sie bremst

26 %
der Unternehmen in Deutschland nutzten 2025 KI
23 %
bei 10 bis 49 Beschäftigten
36 %
bei 50 bis 249 Beschäftigten
57 %
bei 250 und mehr Beschäftigten

So steht es in der Erhebung des Statistischen Bundesamts für 2025, Stand 24. November 2025; die nächste Erhebung ist für November oder Dezember 2026 angekündigt. Von den Unternehmen ohne KI hatte jedes fünfte den Einsatz schon erwogen. Als Gründe, es nicht zu tun, nannten diese Unternehmen laut der Tabelle zu den Hinderungsgründen am häufigsten fehlendes Wissen (72 %), Unklarheit über rechtliche Folgen (62 %) und Bedenken beim Datenschutz (60 %); die Kosten folgten mit 32 % weit dahinter.

Die drei häufigsten Gründe sind genau die, die ein kleiner, geplanter Pilotversuch klärt: Er baut Wissen an einer echten Aufgabe auf, er zwingt dazu, Datenweg und Rechtsfragen vorher zu klären, und er zeigt, ob der Nutzen den Aufwand trägt. Die sechs Schritte darunter führen durch einen solchen Versuch.

1. Eine Aufgabe wählen, deren Ergebnis Sie beurteilen können

„Wir wollen KI einsetzen“ ist noch keine prüfbare Aufgabe. „Unsere freigegebenen Monatsdaten aus CSV in einer kontrollierbaren Übersicht zusammenfassen“ ist eine. Weitere geeignete Kandidaten sind Angebotsvergleiche oder ein Präsentationsentwurf aus einem vorhandenen Bericht. Die Biwak-Vorführung und der Artikel zu KI-Agenten und Büroaufgaben zeigen konkrete Eingaben, Ergebnisse und Abnahmekriterien.

  • Die Aufgabe kommt regelmäßig vor und ihr heutiger Ablauf ist bekannt.
  • Sie lässt sich mit einer überschaubaren, freigegebenen Dateikopie durchführen.
  • Eine fachkundige Person erkennt Fehler am Ergebnis und an den Quellen.
  • Ein misslungener Versuch beendet den Test, ohne Kunden, Zahlungen oder Originaldateien zu verändern.

2. Zuständigkeit und Datenweg vor dem Versuch klären

Die kurze Vorbereitung für den Pilotversuch
Fachlich verantwortlichWer prüft die fertige Arbeit?Name, Vertretung und Abnahmekriterien festhalten. Der Anbieter des Werkzeugs kann die fachliche Richtigkeit Ihres Ergebnisses nicht stellvertretend bestätigen.
Daten und ZugriffWelche Informationen dürfen in diesen Versuch?Eingaben, Anhänge, Gesprächskontext und Werkzeugausgaben berücksichtigen. Für einen ersten Funktionstest können selbst erstellte Beispieldaten sinnvoll sein; echte Daten erfordern die entsprechende Freigabe.
Technik und BetriebWer richtet Zugang, Berechtigungen und Rückweg ein?Arbeitsordner, Konto, zugelassene Dienste, Kostenrahmen, Sicherung und Vorgehen bei einem Fehler dokumentieren.
BeschäftigteWer muss beteiligt und eingearbeitet werden?Die Mitarbeitenden, die mit dem Ergebnis weiterarbeiten, gehören in den Versuch. Einen Betriebsrat unterrichten Sie nach § 90 BetrVG schon während der Planung; den Einsatz von Künstlicher Intelligenz nennt das Gesetz dort ausdrücklich. Die Einweisung gehört zu den Maßnahmen, mit denen Sie nach Art. 4 KI-Verordnung die KI-Kompetenz Ihres Personals fördern.

Bei Biwak beschreibt die Datenschutzerklärung den Modellweg: Frage, Kontext und verwendete Dateiinhalte gehen für jeden Auftrag über die Biwak-Gegenstelle in Frankfurt am Main an Microsoft Azure in der EU-Datenzone; nur wenn Azure ablehnt, an die PREM SA in der Schweiz und von dort an deren Rechenpartner in der EU. Für Unternehmen gilt Biwaks AV-Vertrag mit den TOM in Anhang III. Für den Rückweg gilt: Der Sicherungspunkt deckt nur den Arbeitsordner, und der Ordner ist keine technische Sperre, denn die Werkzeuge des Agenten reichen so weit wie das Benutzerkonto. Terminalbefehle und Internetzugriff lassen sich in den Einstellungen abschalten; eine Prüfliste für die IT steht auf der Sicherheitsseite. Welche Vereinbarungen Ihr Einsatz braucht, hängt von Rollen, Daten und Verarbeitung ab. Die Leitfäden zu Auftragsverarbeitung, Betriebsrat, Datenschutz-Folgenabschätzung und KI-Kompetenz-Schulung dienen als Orientierung; der Pilotplan ist keine rechtliche Freigabe.

3. Den heutigen Aufwand als Ausgangswert festhalten

Bearbeiten Sie repräsentative Aufgaben zunächst mit Ihrer bisherigen Arbeitsweise. Erfassen Sie aktive Arbeitszeit, Wartezeit, Fehler und erforderliche Korrekturen getrennt. Verwenden Sie beim KI-Versuch vergleichbare Aufgaben mit denselben Abnahmekriterien. Wenn dieselbe Person dieselbe Datei zum zweiten Mal bearbeitet, kann sie durch den Lerneffekt schneller sein; werten Sie diesen Unterschied nicht ungeprüft als KI-Effekt.

Führen Sie auch misslungene Versuche auf. Eine Auswertung, die nur erfolgreiche Demonstrationen enthält, hilft nicht bei der Entscheidung für den Alltag. Notieren Sie je Versuch Produktversion, Modell oder Leistungsstufe, Eingaben und relevante Einstellungen, damit Sie das Ergebnis bei einem späteren Wechsel neu prüfen können.

4. Eine Excel-Auswertung wirklich abnehmen

  • Eingang kontrollieren: Stimmen Dateiversion, Zeitraum und Zahl der eingelesenen Zeilen?
  • Rechnung kontrollieren: Stimmen Gesamt- und Teilsummen? Wurden Währungen, Dezimaltrennzeichen, Stornos und leere Werte korrekt behandelt?
  • Ausnahmen kontrollieren: Sind unklare oder verworfene Zeilen sichtbar, statt still aus der Auswertung zu verschwinden?
  • Datei öffnen: Funktionieren die relevanten Formeln und Verknüpfungen in Ihrem Tabellenprogramm? Ist das Ergebnis ohne die Unterhaltung verständlich?
  • Aufwand zählen: Wie viel Arbeit war für Auftrag, Rückfragen, Kontrolle und Reparatur nötig?

Wie eine solche Abnahme mit fester Soll-Datei aussieht, zeigt unsere Messung an zwei Test-PDFs: Vorher stand fest, welche 16 Buchungen mit welchen sieben Werten herauskommen müssen, und gezählt wurde nur, was ohne Nacharbeit vollständig stimmte. Dieselbe Regel taugt für Ihren Pilotversuch: erst die Soll-Werte, dann der Versuch, dann die Zählung.

Bei Dokumentvergleichen ersetzen Quellenstellen und Vollständigkeitsprüfung den Summenabgleich. Bei Präsentationen kommen die fachliche Aussage jeder Folie und die visuelle Kontrolle hinzu. Ein überzeugend formulierter Text ersetzt keine dieser Prüfungen.

5. Nutzen und Kosten ohne Scheingenauigkeit vergleichen

Vergleichen Sie den Aufwand pro akzeptierter Aufgabe. Dazu gehören die menschliche Bearbeitung, die Prüfung und Nacharbeit, anteilige Einrichtung und laufende Werkzeugkosten. Technische Wartezeit ist nur dann gewonnene Arbeitszeit, wenn die Person währenddessen sinnvoll etwas anderes tun kann.

Rechenbeispiel mit erfundenen Werten, keine Biwak-Leistungsmessung
Bisherige Bearbeitung40 Minuten je akzeptierter Aufgabe
Mit KI25 Minuten5 Minuten Vorbereitung, 12 Minuten Kontrolle und 8 Minuten Nacharbeit.
Zeitdifferenz15 Minuten je AufgabeBei 20 gleichartigen Aufgaben wären das rechnerisch 5 Stunden. Erst danach sind Einrichtung und laufende Kosten gegenzurechnen. Ob das bei Ihnen eintritt, ist das Ergebnis des Piloten.

Für einen Versuch mit Biwak gibt es einmalig 100 Test-Credits ohne Zahlungsdaten; danach kostet das Monatsabo 19 € (Basislager) oder 99 € (Seilschaft), monatlich kündbar, siehe Tarife. Preis und verfügbare Nutzung allein entscheiden noch nicht: Ein günstiger Versuch mit viel Nacharbeit kann teurer sein als der bisherige Ablauf. Ein Versprechen einer bestimmten Zeitersparnis leiten wir aus diesem Beispiel nicht ab.

6. Eine klare Entscheidung treffen

Drei mögliche Ergebnisse des Piloten
AusweitenQualität und Gesamtaufwand passenDie vereinbarten Kriterien werden im relevanten Aufgabenmix erfüllt, Zuständigkeit und Datenweg sind geklärt. Erweitern Sie zunächst auf ähnliche Aufgaben.
Eingrenzen und erneut prüfenDer Nutzen hängt von bestimmten Voraussetzungen abBeispiel: Tabellen mit klaren Spalten funktionieren, Scans nicht. Dokumentieren Sie diese Grenze und erlauben Sie nur den geprüften Fall.
BeendenDie Aufgabe oder das Werkzeug passt nichtKeine verwertbare Zeitersparnis, unzureichende Qualität oder ungeklärte Datenverarbeitung sind Gründe, den Versuch nicht in den Alltag zu übernehmen.

Wenn Biwak zu Ihrer Aufgabe passt, führen Download und Einrichtung zum ersten Versuch. Für die gemeinsame Auswahl einer geeigneten Aufgabe können Sie einen Termin anfragen. Die Produktvergleiche helfen, wenn Zusammenarbeit, vollständig lokale Modelle oder eine Fachanwendung für Sie entscheidend sind, etwa eine Patentsoftware wie im Vergleich Biwak oder DeepIP.

Herkunft dieser Checkliste

Diese Checkliste ist ein Vorschlag von Biwak für einen nachvollziehbaren Pilotversuch, gestützt auf die verlinkten Rechtsquellen, die Zahlen des Statistischen Bundesamts und unsere eigene Messung an Test-PDFs. Die Beispielaufgaben und das Rechenbeispiel sind erfunden, keine Kundenstudie und kein unabhängig gemessener Produktivitätsnachweis. Die verlinkten Fachartikel und Produktseiten nennen ihre jeweiligen Quellen und Prüfstände.

Häufige Fragen

Wie lange sollte ein KI-Pilot dauern?

So lange, bis der relevante Aufgabenmix und seine Fehlerfälle bewertet werden können. Eine feste Zahl von Tagen belegt noch keinen Nutzen. Legen Sie vorab einen begrenzten Umfang und einen Entscheidungstermin fest und dokumentieren Sie, wenn die Daten für eine Entscheidung noch nicht reichen.

Welche Aufgabe eignet sich für den ersten Versuch?

Eine wiederkehrende Aufgabe mit klaren Eingaben, überschaubaren Folgen und prüfbarem Ergebnis, etwa eine Monatsübersicht aus einem freigegebenen CSV-Export oder ein Angebotsvergleich mit Quellenstellen. Wählen Sie eine Aufgabe, deren bisherige Bearbeitung Sie kennen.

Wie misst ein KMU die Zeitersparnis durch KI?

Vergleichen Sie den gesamten menschlichen Aufwand je akzeptiertem Ergebnis mit dem bisherigen Ablauf. Zählen Sie Einrichtung, Eingabe, Kontrolle und Nacharbeit mit und dokumentieren Sie Fehlversuche. Einzelne schnelle Demonstrationen sind kein belastbarer Durchschnitt.

Müssen wir dafür programmieren können?

Für einen Auftrag in der Biwak-Oberfläche müssen Sie keinen Code schreiben. Sie brauchen jedoch eine Person, die die Aufgabe fachlich kennt und das Ergebnis prüft. Technische Einrichtung, Zugriffe und besondere Dateiformate können zusätzliche Unterstützung erfordern.

Quellen

  1. Statistisches Bundesamt: Unternehmen mit Nutzung von Technologien der künstlichen Intelligenz nach Beschäftigtengrößenklassen, 2025 (Stand 24. November 2025)
  2. Statistisches Bundesamt: Gründe gegen die Nutzung von Technologien der künstlichen Intelligenz, 2025
  3. Anthropic: Building effective agents, 19. Dezember 2024 (einfachste Lösung zuerst, Tests in abgeschotteter Umgebung)
  4. § 90 BetrVG (Unterrichtungs- und Beratungsrechte)
  5. Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 4 in der Fassung der Verordnung (EU) 2026/1744
  6. Biwak: Datenschutzerklärung, Abschnitt 14 (Anfragen an ein Sprachmodell)

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